HelloFresh: Lohnt sich das?

Stolpert Ihr zur Zeit auch ständig über HelloFresh? Hier ein 50-Euro-Gutschein für Neukunden, dort Berichte über den geplanten Börsengang und da ein beworbener Blogbeitrag. Ging uns auch so und dann fingen Freundinnen an zu erzählen, dass sie die Kiste gerade testen. Und Neugierde ist ja eine unserer Kernkompetenzen. Jahrelang trainiert und verfeinert.

Warum wir die Box bestellt haben

Neben der Neugierde hat uns die Hoffnung dazu gebracht, die Box zu bestellen. Die Hoffnung weniger Zeit mit der Frage “Was koche ich morgen” zu verbringen, weniger oft zu hören “Das esse ich nicht” und weniger oft planlos und in letzter Minute zwischen Arbeit und Feierabend in den Supermarkt zu stürzen. Außerdem gingen uns nach Monaten der Pandemie und damit des Homeschoolings langsam aber sicher die Ideen aus, was wir denn nun heute schon wieder kochen könnten. Auch wenn wir gerne und viel kochen, irgendwann ist selbst der motivierteste Geist mürbe. Und so haben wir eine Box bestellt und dabei gleich ein Abo abgeschlossen, ohne geht es nämlich nicht. Aus Unternehmenssicht clever, aus Kundensicht etwas nervig. Und so hatten wir ein Abo für 4 Personen mit je zwei Mahlzeiten pro Woche. Wir wollten die Box nur jede zweite Woche, das führt dazu, dass jede zweite Woche eine Lieferung per Hand storniert werden muss. Jeder verdammte Mal. Nächster Nervfaktor. Danach wurde die Freude aber wieder größer. Die Boxen kamen pünktlich und schon das Auspacken war jedes Mal ein kleines Highlight für die ganze Familie, denn beim Auspacken der Rezeptkarten wurde jedes Mal festgelegt, welches Kind bei welchem Gericht Kochassistent sein wird. Und so haben wir mittlerweile sieben oder acht Boxen in Empfang genommen. Was uns daran gut gefallen hat und was nicht, hier ganz kurz und knapp:

Das hat uns gut an HelloFresh gefallen

  • Die Rezeptauswahl war immer so umfangreich, dass wir jedes Mal etwas gefunden haben, auf das wir wirklich Lust hatten.
  • Die Gerichte waren durchgehend lecker und hatten oft einen gewissen Twist
  • Zweimal die Woche war vorher geklärt, was es zu Essen gibt und die Zutaten waren schon im Haus. Yeah!

Das waren unsere HelloFresh-Nervfaktoren

  • Es gibt keine Bio-Option und man hat nicht wirklich Ahnung, woher die Zutaten kommen. Vor allem beim Fleisch haben wir hier sicher oft eine deutlich minderwertigere Qualität gegessen, als wir sonst kaufen.
  • Vegetarische und fleischhaltige Gerichte kosten gleich viel. Hier würden wir uns sowohl aus Umweltaspekten als auch aus monetären Gründen ein Umdenken wünschen.
  • Regional, saisonal? Leider Fehlanzeige.
  • Ganz schön oft hat eine Zutat gefehlt. Glücklicherweise konnten wir es meist mit unseren Vorräten ausgleichen. Trotzdem nervig. Sicher hätte man sich beschweren können und eine Gutschrift bekommen, aber das wäre der nächste Nervfaktor gewesen.
  • Der Müll. DER MÜLL! Der Karton und die Verpackung für die gekühlten Lebensmittel können im Altpapier entsorgt werden, das ist noch in Ordnung. Auf den Eispacks stehen Tipps wie die mit Wasser gefüllten Kunststoffbeutel wieder verwendet werden können, z.B. als Blumenwasser. Nun gut…, gut gemeint, wollen wir nicht kleinlich sein. Aber die Grenzen der Toleranz überschritten bei uns die Mini-Portionsbeutelchen von verschiedenen Lebensmitteln, die wir ohnehin in den meisten Fällen im Haus gehabt hätten. Weder brauchen wir für eine Sauce mehrere Tütchen Senf noch eine kleine Minibutter noch eine Unzahl Portionsbecherchen Pflaumenmus. Sorry, wir sind raus. Unsere Vermutung: Die Portionen sind standardmäßig für zwei Personen berechnet, für vier wird dann einfach verdoppelt. Und damit auch der Müll verdopppelt. Schade.

Unser Fazit zu HelloFresh

Grundsätzlich waren die Boxen eine nette und leckere Abwechslung im Pandemiealltag, die uns auch neue Kochanregungen geliefert hat. Dank der mitgelieferten Rezeptkarten wird das eine oder andere Gericht in abgewandelter Version bestimmt öfter in unserem Speiseplan auftauchen. Das Abo bei HelloFresh wird aber bald enden, vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit. Mehr Bio, mehr Regionalität, mehr Saisonalität, deutlich weniger Müll und wir schauen wieder bei Euch vorbei, HelloFresh. Bis dahin werden wir wieder öfter auf den Wochenmarkt zu gehen. Das entstresst auch und ist in Sachen Nachhaltigkeit nur schwer zu schlagen.

Keine Kooperation, alle selbst bezahlt. Aber doch Werbung, weil Markennennung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.